Doppelinterview mit Maxi und Sepp Endres

Heute folgt ein Doppelinterview mit den Endres-Brüdern, beide bei der SG seit sie denken können

Duner Bikel: Hallo Maxi, hallo Sepp, wir freuen uns auf das Interview mit Euch. Zum 1. Mal eine Doppelinterview. Zunächst vorweg: Wie geht es euch in der aktuellen Situation?

Sepp: Den Umständen entsprechend gut. Hoffentlich ist „Corona“ bald vorbei

Maxi: Eigentlich gut soweit. Ich versuche die Zeit mit Sport und “fit halten“ zu überbrücken. Wir beide machen 5 Mal gemeinsam Sport in der Woche

Duner Bikel: Ihr seid ja keine „echten“ Neuzugänge bei der SG und auch nicht bei den Herren 1. Dennoch wartet auf dich Sebi, die erste volle Saison bei den Herren 1. Wieviele Spiele für die Herren 1 hast du bereits absolviert? Und hast du noch Erinnerungen an eines der Spiele?

Sepp: Kann es nicht genau sagen wieviele Spiele ich gemacht habe. Drei oder vier. In der 3. Liga einmal in Oppenweiler, mit einem Sieg und meinem 1. Drittligator. Das war in der Pascal-Bührer-Abschiedssaison.

Duner Bikel: Maxi, du hast schon viele Spiele für unser Frontschiff „Herren1“ absolviert. Von welchen Höhepunkten kannst du berichten? Da war mal ein Spiel in der Porsche-Arena ….

Maxi: Es war eine coole Zeit damals. Ich spielte 1 Jahr Dritte Liga, mit Pascal Bührer damals noch. Es war etwas „Neues“ und sehr herausfordernd.

Diese Saison war das Spiel in der Porsche-Arena besonders. In der großen Halle mit dem vollen Gästeblock – in zweifacher Bedeutung

Sepp: Ich war als Fan dabei in der Porsche-Arena!

Duner Bikel: Frage an Euch beide: Welche Erwartungen habt Ihr an die kommende Saison? Noch steht ja nicht fest, wann, ob und in welcher Form gespielt wird. Aber sobald es losgeht, was soll auf jeden Fall, was darf auf keinen Fall passieren?

Sepp: Sich einbringen. Wir kommen aus der Südbadenliga. Das wird schon eine Umstellung. Wir sollten gut als Mannschaft in die Saison starten. Und dann schauen, „was geht“!

Maxi: Persönlich möchte ich einen Entwicklungsschritt nach vorne machen. Vom Zusammenhalt ist es eine gute Truppe. Wenn die Mannschaft harmoniert ist viel möglich. Auf keinen Fall darf der Abstieg passieren. Aber das passiert nicht, weil wir eine gute Mannschaft haben.

Sepp: Ich wünsche mir auch ein gutes Verständnis auch neben dem Platz.

Duner Bikel: Was sind jeweils Eure Lieblingspositionen? Und auf welcher Position habt Ihr noch nie gespielt?

Maxi: Ich spiele am liebsten auf Links-Außen oder Rückraum-Mitte. Obwohl meine beste Position eigentlich Kreis-Mitte ist. Nur das hat bisher noch kein Trainer erkannt J In der Abwehr spiele ich am liebsten auf der Bank (lacht)

Sepp: Rückraum Mitte. Gespielt habe ich schon auf jeder Position. Nur nicht am Kreis. In der Abwehr am liebsten Links-Außen, weil ich mich da ausruhen kann (lacht).

Duner Bikel: Ihr habt beide bisher immer für die SG gespielt. Viele Spiele auch gemeinsam auf dem Feld gestanden ... In welchem Alter habt Ihr mit dem Handball-Spielen angefangen?

Maxi: Ab der D-Jugend haben wir gemeinsam gespielt. Bis in den Herrenbereich

Sepp ergänzt: Unfassbar viele Spiele haben wir zusammen erlebt

Maxi: Angefangen habe ich mit 7, Sepp war 5. Es war zur gleichen Zeit, bei den Minis. Pit (Anmerkung Bührer) war unser erster Trainer. Angefangen haben wir gemeinsam mit Pascal und Mo (Anmerkung: Pascal und Maurice Bührer)

Duner Bikel: Was war bisher für Euch die „geilste“ Zeit, das „geilste“ Spiel? Gab es Zeiten, wo Ihr den Handball am liebsten an den Nagel gehängt hättet?

Maxi: Am „geilsten“ war ganz klar das Jahr 3. Liga sowie die Jugendbundesliga. In der A-Jugend.

Sepp: Auch die Jugendbundesliga (1 Jahr später als Maxi). Die erste Zeit bei den Herren. Diese war immer mit großer Aufregung verbunden. Anders als in der Jugend.

Maxi: Das beste Spiel war der Heimspiel-Aufstieg vor ein paar Jahren in voller Halle gegen Helmlingen mit den Herren 2.

Sepp: Für mich war es ein Spiel in Sinzheim. Damals mussten wir mit den Herren2 gewinnen, um nicht abzusteigen. Wir haben gewonnen und sind „drin“ geblieben. Wussten das aber erst nach dem Schlusspfiff.

An den Nagel wollte ich meine Handballschuhe ehrlich gesagt noch nie hängen. Vielleicht ab und zu in der Vorbereitung (lacht).

Maxi: Nach meinem Kreuzbandriss vor ein paar Jahren war es eine schwere Zeit. Da war ich gerade auf dem Sprung in den Herrenbereich.

Duner Bikel: Beschreibt mal bitte ein bisschen Euren Bruder: Größte Stärke auf dem Feld? Größte Schwäche auf dem Feld?

Sepp: Maxis Stärken – er ist schnell und hat viele Wurfvarianten

Maxi: Sepp hat gute Rückraumwürfe. Er kommt eigentlich immer vorbei angesichts seiner Größe. Ansonsten hat er eigentlich keine Stärke J

Sepp unterbricht: …. also eigentlich finde ich Maxi auch nicht so gut (lacht)

Duner Bikel: Was fehlt dem jeweiligen Team, wenn Euer Bruder nicht mitspielt?

Maxi: Sepp hat immer die Verantwortung übernommen, auch wenn es schwierig war.

Sepp: Durch Maxi kommt Tempo ins Spiel

Duner Bikel: In welchen Situationen würdet Ihr, wenn Ihr Trainer wärt und Euer Bruder Spieler, Euren Bruder vom Spielfeld nehmen?

Sepp: Wenn er anfängt den Schirri anzumeckern …

Maxi: Wenn das Konditionswunder Sepp nach 15 Minuten nicht mehr kann und den Rückhandpass aus Verzweiflung spielt.

Duner Bikel: Abseits des Sports gehen Eure Wege ein bisschen auseinander: Was macht Ihr beruflich? Was macht Ihr in Eurer Freizeit, wenn Ihr gerade keinen Handball in der Hand haltet?

Sepp: Ich schließe im Sommer meine Ausbildung zum Versicherungskaufmann ab. Wenn alles klappt wegen „Corona“

Maxi: Ich bin Erzieher. Und mache den Fachwirt für „Organisation und Führung“ im Sozialwesen.

Sepp: In der Freizeit unternehme ich mit meiner Freundin verschiedene Sachen. Ansonsten treffe ich mich mit Freunden, nehme ein Kaltgetränk zu mir… Und klar, auch „Lassmiranda“ (Anmerkung: Eine meist ambitionierte Fußball-Hobby-Mannschaft) ist eine Freizeitbeschäftigung.

Maxi: Ich verbringe meine Freizeit mit Freunde. Gerne auch im Taki. Soviel Zeit bleibt eigentlich auch nicht. Aber klar, auch „Lassmiranda“, wobei ich da gerade wegen der kriselnden Vereinsführung gerade nicht ganz zufrieden bin (lacht).

Duner Bikel: Nun zu einem Thema, dass Euch mindestens 1 Mal im Jahr beschäftigt: Wer gewinnt nächstes Mal bei „Nord“ gegen „Süd“ und warum? (Für alle Nicht-Insider: Sebi wohnt in Nord-Köndringen, Maxi in Süd-Köndringen. 1 Mal pro Jahr gibt es – wenn Corona nicht stört – ein Fußball-Duell der beiden Ortsteile gegeneinander. Dieses Duell hat mittlerweile (fast) den Derby-Charakter wie das Duell Schalke gegen Dortmund)

Sepp mit der schnelleren Antwort: Nord

Maxi hält dagegen: Ganz klar Süd

Sepp: Nord ist trinkfester. Das ist in diesem Spiel entscheidend.

Maxi: Wir sind eine harmonische, fitte Mannschaft mit einem Super Trainer (Anmerkung: Pascal Bührer). Er schickt uns sogar Trainingspläne. Letztes Jahr hat Nord nur dank eines miserabel getretenen Elfmeters von Benni Rieß gewonnen

Duner Bikel: Nochmals zurück zum Handball: Was denkt Ihr, wieviele Spiele von Euch gemeinsam oder auch in unterschiedlichen Teams hat Eure ebenfalls handballverrückte Mutter bereits miterlebt?

Beide rechnen nach und kommen auf die unglaubliche Zahl von mehr als 300 Spielen!

Anmerkung: Beide wussten immer, dass sie da ist, weil wenn sie sauer wurde, hat sie Sepp´s Zweitnamen „Peter“ reingerufen. Einmal musste Britta die Beiden trösten, weil sie in der March ein C-Jugend-Spiel verloren hatten (damals noch mit Domenico Ebner im Tor). Aber …. es gab dort auch die beste (Trost-) Pizza

Duner Bikel: Was wünscht Ihr Euch vom Handball der Zukunft? Warum sollen Kinder zum Handball und warum wird der Handball „Corona“ überleben?

Beide antworten jeweils ergänzend zueinander:

Corona wird es überleben, weil es ein Teamspiel ist, familiär. Und, weil Freundschaften lange erhalten bleiben, auch außerhalb des Sports.

Kinder sollen zum Handball, weil das ein „geiler“ Sport ist. Ein schneller Sport. Er macht jedem Spaß, der ihn ausprobiert.

Maxi: Fußball kann jeder. Man spielt Fußball nur zum Warm-machen (lacht)

Sepp: Für die Zukunft wünsche ich mir, dass Handball noch populärer und mehr im Fernsehen gezeigt wird. Im Ort sind wir hoch angesehen und haben es noch ganz gut im Vergleich zu anderen Regionen

Duner Bikel: Jetzt bitte noch ein paar schnelle Antworten

Nach dem Spiel:

Weizen oder Pils?  Maxi: Weizen, Sepp: Weizen

Bauernwurst oder Wienerle?  Maxi: Wienerle, Sepp: nix

Was ist mehr wert?

Dreher-Tor oder Kempa-Tor?  Maxi und Sepp: Dreher (Anmerkung von beiden: Weil man das auch alleine hinbekommt J)

38:37 oder 19:18 gewinnen?  Beide ganz schnell: 38:37 (weil das viel mehr Spaß macht)

Wofür schlägt das Herz mehr?

BVB oder SC Freiburg?  Sepp: Sportclub, Maxi: BVB

Eulen oder Adler?  Beide: Eulen, ganz klar!

 

Duner Bikel: Eure Abschlussworte an die SG

Sepp: Ich hoffe, dass wir bald und gesund unseren Sport in der Halle gemeinsam genießen können

Maxi: Ich hoffe, dass wir sobald wie möglich Heimsiege gemeinsam feiern können

Duner Bikel: Sebi und Maxi, vielen Dank für das Interview. Bis bald hoffentlich wieder gesund in der Halle.

 

Bilder: Handball Server

 

 

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