Interview mit Claudia Herget (Trinkl)

Heute geht es weiter in unserer Damenrunde; Claudia Herget (Trinkl)

Duner Bikel: Hallo Claudia, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst für ein Interview mit uns. Erste Frage: Wie hast du die Zeit während des Lock-Downs von Corona erlebt?

Claudia: Das mache ich sehr gerne. Ich bedanke mich sehr für Eure Einladung zu diesem Interview. Tja, Corona- ein Thema, was uns wohl alle noch eine ganze Weile beschäftigen wird. Corona hat aus meiner Sicht so ziemlich alles verändert – nichts ist mehr so wie es vorher war! Aber ich bin ein sehr positiver Mensch und glaube auch an ein „danach.“ Wir werden wieder reisen können, uns treffen, feiern, lachen und tanzen – auch Handballspielen – vielleicht alles ein bisschen anders – aber wer weiß, vielleicht hat dann auch diese Art etwas ganz Besonderes.

Duner Bikel: Lass uns einen Blick auf deine Handballkarriere werfen: Wann hast du mit dem Handballsport angefangen und welche Stationen hast du als Handballerin durchlaufen?

Claudia: Ich kam erst ziemlich spät (mit 16 Jahren) zum Handball – davor war ich Kunstturnerin beim TuS Teningen und war sofort vom Handballsport begeistert. Als Turnerin bist du meist auf dich allein gestellt. Bei der SG lernte ich: gemeinsames Gewinnen – aber auch gemeinsames Verlieren. Ich gehörte zu der damaligen Truppe, die den Aufstieg von der Bezirksklasse in die Landesliga und dann gleich den Sprung in die Oberliga geschafft hatte.

Duner Bikel: An welche Erlebnisse sportlicher Natur erinnerst du dich am liebsten zurück? Gab es auch Niederlagen, die du gerne vergessen möchtest?

Claudia: Ich erinnere mich supergerne an die Aufstiege – aber natürlich auch an „spannend“ gewonnene Spiele. Besonders gerne erinnere ich mich an die Zeiten, als wir „Alten“ alle noch einmal – mit 38 Jahren oder älter – mit dem Spielen begonnen haben. Um ein paar jüngere Spielerinnen im Verein zu halten, gingen wir damals als Damen II an den Start. Die Meisterschaft in der Kreisklasse und der damalige Aufstieg in die Bezirksklasse hat schon eine große Bedeutung, wenn du einfach schon „ein paar Tage älter bist“ als der Rest, der auf dem Spielfeld rennt. Oder dich ein Kenzinger Schiri (Schmidt Rolf) beim Anspiel mit den Worten begrüßt: „Ja spielsch dü immer noch?? Wir denken jetzt nicht darüber nach, WIE ALT Rolf zu diesem Zeitpunkt war.

Unsere schlimmste Niederlage war für mich aber tatsächlich ein verlorenes Spiel in der Oberliga! Ich traue mich das eigentlich gar nicht zu erzählen…. Aber wir haben richtig mächtig auf unseren „Schnepperli-Peng-Sack“ bekommen. Bevor wir merkten, dass wir vorne verschossen hatten, hat es hinten schon wieder gescheppert J Das Ergebnis erspare ich allen Lesern – besonders meinen Handballmädels – obwohl ich mir sicher bin, dass keine von ihnen das Ergebnis jemals vergessen wird…

Duner Bikel: Was machst du aktuell auf sportlicher Ebene?

Claudia: Vor ein paar Jahren hab‘ ich den Allmend-Lauf mitgemacht – aber auch diese Teilnahme hat einen SG-Hintergrund: Beim Geburtstag von Silla Fischer (im November) ging ich eine Wette mit Stefan Wiegand ein, dass ich im Januar den 10km-Lauf mache. Die Wette habe ich gewonnen – die Ziellinie habe ich allerdings als Letzte des gesamten Feldes überquertJ

Aktuell beschränkt sich mein Sport aber mittlerweile auf ein bisschen Joggen und seit neuestem fahren wir E-bikes.

Duner Bikel: Was machst du beruflich? Das hat ja auch damit zu tun, warum du nicht mehr deinen Nach-Namen trägst, der vielen Handballfans der SG vertraut ist.

Claudia: Beruflich schlagen zwei Herzen in mir – ich bin verheiratet und unterstütze die Schokoladenmanufaktur meines Mannes Stefan Herget. Stefan produziert mit viel Leidenschaft Pralinen, Trüffel und Schokoladen – ich bin mit dem Verkaufsteam für die Präsentation, Verpackung und die gewerblichen Kunden zuständig. Das andere Herz schlägt für den Kaiserstühler Wochenbericht, bei dem ich seit vielen Jahren für die Anzeigenkunden zuständig bin.

Duner Bikel: Man sieht dich immer wieder noch in der Ludwig-Jahn-Halle in Teningen bei Spielen der Teninger Handballmannschaften. Was bereitet dir am meisten Spaß bei dem Sport? Und verfolgst du den Handballsport auch außerhalb der SG?

Claudia: Handballsport ist pure Emotion und großer Kampfwille für mich. Du kannst einen Gegner bezwingen, auch wenn er dir überlegen bist. Wenn du in dem Team spielst, das an einem Strang zieht und kämpft bis zum Umfallen, einer für den anderen einsteht – wirst du gewinnen. Vielleicht manchmal knapp oder auch nicht besonders „schön“ – aber am Ende zählen der Sieg und die Punkte – und die Feier danach ist vermutlich grandios. Wir haben ganz schön oft gefeiert….

Duner Bikel: Du bist aber nicht nur „Fan“ der SG, gemeinsam mit Rosi Fischer organisierts du den jährlich stattfindenden Sponsoren-Empfang des „Förderkreis Handball“. Wie kam es dazu?

Claudia: Ganz ehrlich – ich wurde sanft gezwungen J. Nein, im Ernst – unsere damalige Torhüterin und auch heute-immer-noch-Freundin Rosi Fischer hat mich damals zum Förderkreis gebracht. Schnell war klar, dass wir beide diesen Part übernehmen und uns seit vielen Jahren um den Sponsorenempfang kümmern.

Duner Bikel: Wie siehst du im Allgemeinen die Entwicklung des Handballsports im Damenbereich? Was hat sich geändert von jetzt im Vergleich zu damals, als du aktiv Handball gespielt hast?

Claudia: Wenn ich Fotos der Damenmannschaft sehe, kann ich den gleichen unbändigen Siegeswillen, den Kampfgeist und den Spaß in ihren Gesichtern erkennen.

Duner Bikel: Wieso sollten junge Spielerinnen am Ball bleiben, oder gar mit dem Handball spielen anfangen?

Claudia: Handballspielen ist für mich wie FAMILIE. Man lernt, für sich und andere einzustehen und zu vertrauen. Das Spiel wird nur funktionieren, wenn sich einer auf den anderen verlassen kann. Man stützt sich, lacht miteinander und kämpft für das gleiche Ziel. Rückblickend war das die prägendste Zeit in meinem Leben. …., was ich in meinem Leben mit meinen Handballmädels gelacht habe!

Duner Bikel: Hast du noch Kontakt zu ehemaligen Mitspielerinnen aus deiner aktiven Zeit?

Claudia: Aber na klar! Wir waren damals so ein eingeschworener Haufen, dass unsere Freundschaften die ganzen Jahre erhalten blieben. Wenn du uns alle heute Nacht um drei Uhr wecken würdest, um uns zu fragen, wie und wohin „Tinde“ ihren 7-m schießt, würden wir alle das Gleiche antworten.

Duner Bikel: Deine Abschlussworte an die SG-Familie…

Claudia: Die SG ist ein wunderbarer Verein – natürlich mit dem Aushängeschild der 1. Herrenmannschaft. Aber es zählt eben JEDE Mannschaft in diesem Verein! Deshalb ein großes Kompliment an das Führungsteam der SG, die Trainer, Betreuer und die vielen ehrenamtlichen Helfer und Fans, die Woche für Woche in der Halle stehen und die SG unterstützen.

Duner Bikel: Vielen Dank Claudia für das Interview.

 

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